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Andreas_NE

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Hallo zusammen, Ich möchte mich hier im Form vorstellen. Ich bin Andreas. Ich komme aus dem Rheinland(Neuss bei Düsseldorf). Ich bin Bj 72.Die Analoge Musik war immer meins. Jetzt bin ich gerade meine "Musikkette" am Zusammenstellen. Es dauert noch ne Weile biss ich alles zusammen habe. Ich freue mich hier im Forum auf ein Austausch und hilfreichen Tipps.
VG Andreas
 
Hallo Andreas, ganz herzlich willkommen in unserer Mitte Z04 Bier01

Die Analoge Musik war immer meins
Ein gutes Stichwort, denn es gibt mir ganz allgemein Gelegenheit, in die Begrifflichkeit des "analogen Klanges" etwas zusätzliche Transparenz zu bringen.

Ausgehend von der Überlegung, dass ja bereits die menschliche Stimme und jedes Musikinstrument auf analogem Wege erzeugt wird, ist es für viele Hifi-Fans zunächst einmal naheliegend, auch über die heimische Anlage "analog" wieder zu geben. Doch genau hier lauern einige der häufigsten Denkfehler. Aber der Reihe nach.

Gehen wir eine "analoge Kette" doch einmal Schritt für Schritt durch. Anhand eines bildhaften Vergleiches für alle, die ihr Hauptaugenmerk eher auf das reale Hörergebnis lenken.

Schritt 1 = Die Aufnahme im Studio

Bereits hier wird , abgesehen von ein paar exotischen Ausnahmen, bereits grundsätzlich digitalisiert. Stellen wir uns diesen Prozess einmal als ein wunderschönes Poster vor, das in viele Millionen kleine Schnipsel zerstückelt wird. In der Vorstellung vieler Highender lauert hier der Belzebub Teufel Grinsend Schwanz "Das schöne Original in Pixel zerbröselt". Im Prinzip passiert aber nichts anderes, als wie wenn wir einen Spielfilm, der ursprünglich einmal auf Zelluloid aufgenommen wurde, für die Herstellung einer 4K-BlueRay digitalisiert wird. Hand aufs Herz: sehen wir das Bild anschließend verpixelt? Aber okay, setzen wir diesen Sachverhalt zunächst als Usus voraus. Können wir uns als Konsument dagegen wehren? Zerschnippelt ist und bleibt nun einmal für immer in Nullen und Einsen zerschnippelt.

Schritt 2 = Die Produktion

Ein Schallplatte oder ein Tonband ist analog. Doch was packen wir da nun drauf? Richtig, die "analoge Fotokopie" unserer bereits "datenzerschnippelten" Aufnahme.

Schritt 3 = Die Wiedergabe

... der nächste "alte Fotokopierer" in Form eines Tonbandgerätes oder Plattenspielers fügt unserem "Bild" Unschärfe zu. Bzw. Rauschen und erhebliche Dynamikverluste.

Von dort aus erreicht das Audiosignal den nächsten Fotokopierer, .... äh:D .... den Hifi-Verstärker: weitere "Eintrübungen und Farbveränderungen unserer Datenschnipselkopie". Unzählige analoge Bauteile und Potis müssen in Form eines regelrechten Hindernis-Parkour durchlaufen werden. Und je schlechter deren Qualität und das Layout, desto massiver der negative Einfluss. Genau deshalb sind die besseren analogen Hifi-Geräte auch so kostenintensiv. An der Grundproblematik ändert das alles aber natürlich freilich nichts.

Und was hören wir dann ganz am Ende?

Auf jeden Fall ein verändertes Signal. Und weil anders nun einmal anders klingt, wird dieses "analoge" Resultat- ohne Betrachtung des erwähnten Kontextes - in Fachzeitschriften und Hifi-Studios als "natürlicher" Klang suggeriert. Insbesondere Röhrenverstärker setzen hier noch einmal eine ganze Schippe oben drauf.

Daß einem das alles subjektiv trotzdem gefallen kann, ist selbstredend völlig legitim. Über persönlichen Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Nur ist es halt elementar zu wissen, was man hört. Erneuter Vergleich mit den "Puzzelteilen": Um ein möglichst authentisches Audiosignal zu erhalten, macht es schlicht viel mehr Sinn, die digitalen Originaldaten aus der Studioproduktion unverändert und möglichst nahe vor den Lautsprecher zu transportieren, statt ein "analoges fotokopiertes Datenschnipselfoto" über hunderte von zusätzlich belastende, gleichsam analoge Umwege" zu schicken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,

willkommen im Forum und viel Spaß beim Zusammenstellen der Kette.
Wobei ich, wenn ich irgendwelche Händler von den tollen Synergieeffekten und der Wichtigkeit der richtigen Zusammenstellung der Kette reden höre, oft denke dass es dabei vorrangig darum geht, zu begründen, warum das nächste Gerät auch aus dem Portfolio des Händlers kommen soll.

Mit der Entscheidung analoge vs. digitale Zuspielung geht ja i.d.R. in erster Linie die Entscheidung einher, welches Mastering man zu hören bekommen kann.
Aber auch bei digitalen Quellen läuft nach der D/A-Wandlung alles analog ab und die wesentlichen Problemfelder (Verstärker, Lautsprecher, Raum) sind ab da identisch.

Sollte ich doch mal mit analogen Quellen, sprich Platten, anfangen, würde ich das erstmal mit kleinerem Budget ausprobieren wollen, ob das Handling und alles drum herum grundsätzlich für mich in Frage kommen könnten, bevor ich mir irre lange Gedanken machen würde, wie eine potentielle Kette zusammen zu stellen wäre.
 
Hallo zusammen, Ich möchte mich hier im Form vorstellen. Ich bin Andreas. Ich komme aus dem Rheinland(Neuss bei Düsseldorf). Ich bin Bj 72.Die Analoge Musik war immer meins. Jetzt bin ich gerade meine "Musikkette" am Zusammenstellen. Es dauert noch ne Weile biss ich alles zusammen habe. Ich freue mich hier im Forum auf ein Austausch und hilfreichen Tipps.
VG Andreas
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Mit der Entscheidung analoge vs. digitale Zuspielung geht ja i.d.R. in erster Linie die Entscheidung einher, welches Mastering man zu hören bekommen kann.
Naja..... es gibt zwar tatsächlich ein paar Labels, die noch das eine oder andere analog mastern. Aber in der Regel will man ja gerne seine Musik hören, die man persönlich kennt und bevorzugt.
Und da ist die Auswahl bei analog längst mehr als recht dürftig. In meinen Augen gibt es daher eigentlich nur drei Gründe, heutzutage noch eine analoge Marschrichtung zu forcieren:

A) Eine Schallplattensammlung mit viel altem Vinyl, das tatsächlich noch analog gemastert wurde
B) Freude an Retro-Technik
C) Man ist Fans von harmonischen Verzerrungen (Röhrenverstärker-Klientel)

Aber auch bei digitalen Quellen läuft nach der D/A-Wandlung alles analog ab
Das muss nicht zwingend so sein. Reine Digitalverstärker kommen vollständig ohne D/A-Wandler aus, sie modulieren erst ganz kurz vor Schluss das digitale PCM-Signal in Pulswelle um, Das final per MosFets getaktete Signal ist qua Definition zwar analog (muss es ja sein, damit ein Lautsprecher es überhaupt verstehen kann), als Schaltsignal kommt dieses in seiner Funktionsweise einem Digitalsignal jedoch ebenfalls sehr nahe. Und die primären analogen Schweinereien passieren bei einem konventionellen Verstärker mit DA-Wandler bereits schon unmittelbar dahinter in der Vorverstärkersektion. Eine Baugruppe, die ein Digitalverstärker schon von seiner Architektur her erst gar nicht kennt,
 
Sorry für das OT und Kapern des Vorstellungsthreads:
Es ging mir nicht darum, zum Ausdruck zu bringen, dass ein analoges Mastering automatisch besser wäre. Vielmehr glaube ich, dass die Frage nach analog oder digital am eigentlichen Punkt vorbei geht. Denn ich bin der Überzeugung, dass die Digitaltechnik die Analogtechnik in vielen Bereichen überholt hat. Spätestens der Mofi-"Skandal" konnte einem die Augen öffnen, dass Digitalisierung und Arbeiten mit digitalen Zwischenschritten nicht zwangsläufig zu bestimmten klanglichen Attributen führt. Deshalb bin ich mir auch relativ sicher, dass es kein Problem wäre, eine digitale Kette von der Aufnahme bis zur Wiedergabe so klingen zu lassen, dass der Klang einer analogen Kette quasi ununterscheidbar nachgebildet würde.

Dennoch bleibt aber der Fakt, dass es für sehr viele Produktionen unterschiedliche Masterings für die Vinylversionen gegenüber den CD- oder Streaming-Versionen gibt und das Vinyl-Mastering eben i.d.R. nicht über digitale Kanäle zugänglich ist. Wenn die Musik, die ich hören möchte, nun in der Zeit entstanden ist, in der für die Wiedergabe über Vinyl produziert wurde, mag es schon überlegenswert sein, dann auch diese Art der Wiedergabe zu wählen.

Während es bei den Vinyl-Begeisterten zum Hobby zu gehören scheint, genau zu wissen, welche Version/Pressung man hört, ist das beim Streaminganbieter schwierig bis gar nicht in Erfahrung zu bringen. Es kann einem auch immer passieren, dass sich das von heute auf morgen ändert und dann plötzlich nur noch ein anderes Remaster vom Streaminganbieter zu bekommen ist. Wobei das eigentlich auch nicht die Grenze zwischen digital und analog sondern zwischen physischen Medien und Streaming betrifft.

Hinzu kommt auch noch, dass es bei der Plattenwiedergabe immanent ist, das Sounding zusätzlich über die Wahl des Tonabnehmers und die RIAA-Entzerrung im Phono-Pre anzupassen.
Nicht nur deshalb denke ich auch, dass die Bandbreite an klanglichen Signaturen bei modernen D/A-Wandlern (wenn man mal von eher exotischeren Konstrukten mit Röhren etc. absieht) deutlich geringer ist als die Bandbreite an klanglichen Signaturen bei Plattenspielern/Tonabnehmern.

Mein Hinweis, dass auch bei digitaler Zuspielung nach der D/A-Wandlung alles analog abläuft, sollte eher ein Aufruf gegen die Spaltung in Analog-Hörer vs. Digital-Hörer sein, weil eben dennoch ein Großteil der Herausforderungen für beide Gruppen gleich ist.

Es gäbe auch noch den Fall von DSP-basierten Aktivlautsprechern, die auch analog zugespielte Signale grundsätzlich digitalisieren, um dann über DSP Anpassungen z.B. am Frequenzgang zu machen. Aber auch dort würde ich sagen, dass hier nicht in erster Linie die Frage digital vs. analog wichtig ist, weil die zusätzlichen D/A u. A/D Wandlungen zu vernachlässigen sind gegenüber den positiven Effekten, die man via EQ/DSP erreichen kann (vorausgesetzt, man möchte/braucht entsprechende Anpassungen).

Für mich in meinem Hörraum braucht es EQ-Einsatz zur Abschwächung von Bass-Überhöhungen und an dieser Stelle kommt man mMn schwierig um den Einsatz digitaler Technik herum, bzw. muss man das auch gar nicht, weil die Vorteile (effektive Reduktion der Überhöhung bei moderaten Kosten) die möglichen Nachteile für mich deutlich übersteigen.
 
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